Debriefing nach dem Einsatz: Zusammenhänge von psychologischer Sicherheit und Debriefingqualität in der Notfallsanitäter*innen-Ausbildung

Authors

  • Nele Sommer Charité – Universitätsmedizin Berlin, corporate member of Freie Universität Berlin and Humboldt Universität zu Berlin, Fächerverbund Infektiologie, Pneumologie und Intensivmedizin, Berlin, Germany
  • Hartwig Marung MSH Medical School Hamburg Fakultät Gesundheitswissenschaften, Hamburg, Germany
  • Reinhard Strametz Wiesbaden Institute for Healthcare Economics and Patient Safety, Hochschule RheinMain, Wiesbaden, Germany; Institut für Arbeitsmedizin, Sozialmedizin und Umweltmedizin, Goethe Universität, Frankfurt am Main, Germany
  • Johannes Strobel ADAC Luftrettung GmbH, Weißling, Germany; DGINA, Board Präklinik, AG Governance, Berlin, Germany
  • Matthias Raspe Charité – Universitätsmedizin Berlin, corporate member of Freie Universität Berlin and Humboldt Universität zu Berlin, Fächerverbund Infektiologie, Pneumologie und Intensivmedizin, Berlin, Germany

DOI:

https://doi.org/10.31247/agnj.v3iS1.77

Keywords:

Psychologische Sicherheit, Debriefing, Präklinische Notfallmedizin, Ausbildung/Lehre, Notfallsanitäter:innen

Abstract

Einleitung Innerhalb der Notfallsanitäter*innen-Ausbildung verbindet das Debriefing nach dem Einsatz die Theorie mit den praktischen Erfahrungen.[1] In der Literatur gilt die psychologische Sicherheit als Voraussetzung für diese Lern- und Reflexionsprozesse.[2,3] Inwieweit psychologische Sicherheit mit der Qualität des Debriefings im außerklinischen notfallmedizinischen Setting zusammenhängen, ist bislang unklar. Ziel der Studie war es, den Zusammenhang zwischen psychologischer Sicherheit und der Qualität von Debriefings empirisch zu untersuchen, um die Ausgangslage für Ausbildung zu verbessern.

Methoden In einer einmaligen Online-Fragebogenerhebung in der Zeit von Juni–November 2025 wurden die psychologische Sicherheit und Reflexionskompetenz zusammen mit der Bewertung der Qualität des Debriefings nach einem Realeinsatz erfasst. Die Stichprobe für diese Analyse (n = 175) besteht aus Praxisanleitenden (n = 61) und Notfallsanitäter*innen-Auszubildenden (n = 114) aus Deutschland. Die Daten wurden korrelativ ausgewertet. Zur Durchführung der Studie liegt ein positives Ethikvotum der Ethik-Kommission der Charité – Universitätsmedizin Berlin vor. Die Übereinstimmung mit den Prinzipien der Helsinki-Deklaration ist gewährleistet.

Ergebnisse In den Korrelationen zeigte sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Debriefingqualität und der psychologischen Sicherheit (r = 0,614, p < 0,01) bei den Auszubildenden. Die Korrelation für die Gruppe der Praxisanleitenden fällt geringer, jedoch auch deutlich signifikant aus (r = 0,396, p < 0,01). In der genauen Betrachtung der einzelnen Qualitätsmerkmale des Debriefing ist der größte Zusammenhang zwischen „Effektiver Lernatmosphäre“ und psychologischer Sicherheit seitens der Auszubildenden hervorzuheben (r = 0,639**, p < 0,01), während für die Praxisanleitenden die „Struktur“ als Merkmal am stärksten mit psychologischer Sicherheit assoziiert ist (r = 0,418**, p < 0,01).

Diskussion Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die unterschiedlichen Rollen der Akteure in einem qualitativ hochwertigen Debriefing unterschiedlich stark ausgeprägte psychologische Sicherheit bedürfen. Die Auszubildenden zeigten dabei eine hohe Abhängigkeit zwischen einem qualitativ hochwertig empfundenen Debriefing und wahrgenommener psychologischer Sicherheit in ihrem Team. Es bleibt zu prüfen, ob die Unterschiede auf hierarchische Strukturen in Teams oder die Rollenverteilung innerhalb des Debriefing (moderierend vs. teilnehmend) zurückzuführen und in anderen Settings reproduzierbar sind.

References

Tannenbaum S I, Cerasoli C P. Do team and individual debriefs enhance performance? A meta-analysis. Human factors 2013;55: 231–45. DOI: 10.1177/0018720812448394.

O'Donovan R, McAuliffe, E. A systematic review of factors that enable psychological safety in healthcare teams. International journal for quality in health care. 2020;32: 240–50. DOI: 10.1093/intqhc/mzaa025.

Edmondson A C, Lei Z. Psychological Safety: The History, Renaissance, and Future of an Interpersonal Construct. Annu. Rev. Organ. Psychol. Organ. Behav. 2014;1: 23–43. DOI: 10.1146/annurev-orgpsych-031413-091305.

Additional Files

Published

2026-04-09

How to Cite

Debriefing nach dem Einsatz: Zusammenhänge von psychologischer Sicherheit und Debriefingqualität in der Notfallsanitäter*innen-Ausbildung. (2026). AGN Journal, 3(S1). https://doi.org/10.31247/agnj.v3iS1.77

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