Systematische Literaturrecherche zum Einsatz biologischer Materialien für realitätsnahe Trainings vaskulärer Zugänge bei Neugeborenen

Authors

  • Hannah Wlattnig Klinische Abteilung für Neonatologie, Univ. Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Graz, Österreich; Medizinercorps Graz, Österreichisches Rotes Kreuz Landesverband Steiermark, Graz, Österreich
  • Lukas Mileder Klinische Abteilung für Neonatologie, Univ. Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Graz, Österreich
  • Helena Leonhartsberger Klinische Abteilung für Neonatologie, Univ. Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Graz, Österreich; Medizinercorps Graz, Österreichisches Rotes Kreuz Landesverband Steiermark, Graz, Österreich
  • Gerhard Pichler Klinische Abteilung für Neonatologie, Univ. Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Graz, Österreich
  • Bernhard Schwaberger Klinische Abteilung für Neonatologie, Univ. Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Graz, Österreich; Medizinercorps Graz, Österreichisches Rotes Kreuz Landesverband Steiermark, Graz, Österreich

DOI:

https://doi.org/10.31247/agnj.v3iS1.80

Abstract

Fragestellung Die Anlage vaskulärer Zugänge bei kritisch kranken Neugeborenen stellt im präklinischen Notfallwesen aufgrund anatomischer und physiologischer Besonderheiten eine hochanspruchsvolle Maßnahme dar. Internationale Leitlinien empfehlen den Nabelvenenkatheter (NVK) weiterhin als Goldstandard in der neonatalen Reanimation. Weitere relevante Zugangsoptionen zur postnatalen Stabilisierung umfassen den intraossären sowie den peripher-venösen Gefäßzugang. Aufgrund der Seltenheit entsprechender Einsatzsituationen, der hohen prozeduralen Komplexität und der begrenzten praktischen Erfahrung von Notärzt*innen und Rettungspersonal ist ein regelmäßiges, realitätsnahes Training aller Gefäßzugangsmodalitäten essenziell. Ziel dieses systematischen Reviews ist es, biologische Materialien für realitätsnahe Trainingsmodelle neonataler Gefäßzugänge zu identifizieren und darauf aufbauend ein strukturiertes Workshopkonzept für Notfallsanitäter*innen des Medizinercorps Graz zu entwickeln.

Methoden Eine systematische Literaturrecherche nach PRISMA-Richtlinien wurde in den Datenbanken PubMed, Embase und CINAHL durchgeführt. Basierend auf der identifizierten Evidenz wurde ein praxisorientiertes Ausbildungskonzept entwickelt, das biologische Materialien zur realitätsnahen Simulation vaskulärer Zugangsverfahren im Neugeborenenalter nutzt.

Ergebnisse Insgesamt wurden 15 relevante Publikationen identifiziert, die den Einsatz biologischer Materialien im Training neonataler Gefäßzugänge beschreiben. Basierend auf diesen Ergebnissen wurde ein vierstündiger „Neonatal Vascular Access“-Workshop für Notärzt*innen und Notfallsanitäter*innen konzipiert. Der Workshop besteht aus einer einstündigen theoretischen Einführung, gefolgt von einem praktischen Hands-on-Training mit biologischen Simulationsmodellen. Für das realistische NVK-Training werden humane Nabelschnurreste in einen modifizierten Neugeborenensimulator integriert. Intraossäre Zugänge werden an Hühnerkeulen und Hühnereiern trainiert. Für die ultraschallgestützte Gefäßpunktion kommen speziell präparierte Agar-Agar-Modelle und mit Silikonschläuchen präparierte Hühnerbrüste zum Einsatz.

Diskussion Die Anlage vaskulärer Zugänge bei Neugeborenen ist eine komplexe Fertigkeit, die durch wiederholtes, praxisnahes Training am Simulationsmodell erlernt und gefestigt werden muss. Realitätsgetreue Trainingsmodelle unter Verwendung biologischer Materialien bieten hierfür eine wertvolle Grundlage. Das vorgeschlagene evidenzbasierte Ausbildungskonzept leistet einen Beitrag zur Standardisierung von Trainingsmaßnahmen und zur Verbesserung der Qualität der neonatalen Notfallversorgung im präklinischen Notfallsetting.

Published

2026-04-09

How to Cite

Systematische Literaturrecherche zum Einsatz biologischer Materialien für realitätsnahe Trainings vaskulärer Zugänge bei Neugeborenen. (2026). AGN Journal, 3(S1). https://doi.org/10.31247/agnj.v3iS1.80

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