Prä-Post-Evaluation der Implementierung von Kindernotfall-Taschenkarten im abgestuften Grazer Notfallrettungssystem

Authors

  • Lukas Breitenlacher Medizinercorps Graz, Österreichisches Rotes Kreuz, Landesverband Steiermark, Bezirksstelle Graz-Stadt, Graz, Österreich; Klinikum Klagenfurt am Wörthersee, Klagenfurt a.W., Österreich
  • Mirjam Ribitsch Medizinercorps Graz, Österreichisches Rotes Kreuz, Landesverband Steiermark, Bezirksstelle Graz-Stadt, Graz, Österreich; Niedergelassene Fachärztin für Kinder- und Jugendheilkunde, Zusatzfachärztin für pädiatrische Intensivmedizin und Neonatologie; Arbeitsgemeinschaft für Notfallmedizin (AGN), Graz, Österreich
  • Bernhard Schwaberger Medizinercorps Graz, Österreichisches Rotes Kreuz, Landesverband Steiermark, Bezirksstelle Graz-Stadt, Graz, Österreich; Klinische Abteilung für Neonatologie, Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Medizinische Universität Graz, Graz, Österreich; Arbeitsgemeinschaft für Notfallmedizin (AGN), Graz, Österreich

DOI:

https://doi.org/10.31247/agnj.v3iS1.97

Keywords:

patient safety, Patientensicherheit, pediatric, Kindernotfall, dosing aid, Dosierungshilfe, Präklinische Notfallmedizin, Pre-hospital emergency medicine

Abstract

Fragestellung Welchen Einfluss hatte die Einführung der „Kindernotfall-Taschenkarten“ (=KNTK) auf die Versorgung pädiatrischer Notfälle und welche Erfahrungen wurden bei der praktischen Anwendung dieser Dosierungshilfe gesammelt?

Methoden Durch den Vergleich der Antworten einer Umfrage vor Einführung der KNTK im August 2022 mit den Antworten einer Online-Folgeumfrage im Mai 2025, wurden Veränderungen im subjektiven Sicherheitsgefühl bei Kindernotfällen, im Nutzungsverhalten pädiatrischer Dosierungshilfen und in wahrgenommenen Dosierungsfehlern bei präklinischen Einsätzen erhoben und analysiert.

Ergebnisse Die Folgeumfrage wurde an 119 Personen ausgesendet und von 36 Personen (30,3 %) vollständig ausgefüllt.
61,8 % der Befragten gaben an, sich seit KNTK-Einführung deutlich sicherer, 20,6 % etwas sicherer und 17,6 % unverändert sicher zu fühlen. Auf einer Skala von 0–10 zeigte sich eine signifikante Zunahme des mittleren subjektiven Sicherheitsgefühls von 6,38 vor Einführung (n = 26; SD 1,13) auf 7,22 danach (n = 36; SD 1,51; p = 0,005).
Neben den KNTK wurden vor allem Apps (61,1 %), Hilfsmittel wie Broselow-Tapes (38,9 %) und Rechenhilfen (33,3 %) genutzt. Hier zeigte sich eine Reduktion der Anwendung von Rechenhilfen (vor Einführung 58,3 %).
91,2 % der Befragten berichteten, dass seit Einführung kein Dosierungsfehler aufgefallen sei. Drei Personen (8,8 %) gaben an, dass durch den Einsatz der KNTK Fehler abgewendet werden konnten (Salbutamol-Dosierung, 10er-Potenz-Fehler bei Midazolam-Analgosedierung, falsches Applikationsvolumen bei Narkoseeinleitung).
Als wesentliche Vorteile wurden der strukturierte Aufbau der KNTK, Angaben zu Verdünnung und Applikationsvolumen sowie die spezifische Anpassung an die Ausstattung des Grazer Notfallwagens genannt. Verbesserungswünsche betrafen ein handlicheres Format mit größerer Schrift und Aufnahme zusätzlicher Medikamente.

Schlussfolgerung Nach Einführung der KNTK konnte eine signifikante Steigerung des subjektiven Sicherheitsgefühls unter den Anwender*innen verzeichnet werden. Zudem konnten nach Angaben der Befragten einzelne Dosierungsfehler verhindert werden. Optimierungspotenzial besteht insbesondere hinsichtlich des Formats der KNTK, Erweiterung um zusätzliche Medikamente und regelmäßige Anpassung an aktuelle Literatur.

Published

2026-04-09

How to Cite

Prä-Post-Evaluation der Implementierung von Kindernotfall-Taschenkarten im abgestuften Grazer Notfallrettungssystem. (2026). AGN Journal, 3(S1). https://doi.org/10.31247/agnj.v3iS1.97

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